{"id":4404685,"date":"2026-09-08T06:00:00","date_gmt":"2026-09-08T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/campusvygon.com\/de\/?p=4404685"},"modified":"2026-09-04T07:49:29","modified_gmt":"2026-09-04T05:49:29","slug":"volumenen-perfusion-und-laktat-bei-sepsis-ein-einheitlicher-ansatz-zur-reanimation-bei-erwachsenen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/campusvygon.com\/de\/blog\/volumenen-perfusion-und-laktat-bei-sepsis-ein-einheitlicher-ansatz-zur-reanimation-bei-erwachsenen\/","title":{"rendered":"Volumen, Perfusion und Laktat bei Sepsis: ein einheitlicher Ansatz zur Reanimation bei Erwachsenen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Sepsis entscheidet nicht \u201emehr oder weniger Volumen\u201c, sondern die richtige Menge zum richtigen Zeitpunkt f\u00fcr den richtigen Patienten. Dieser Beitrag zeigt, wie Perfusionsparameter, Volumenreaktivit\u00e4t, Laktat und DO\u2082 in einer zielgerichteten Reanimation zusammengef\u00fchrt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die intraven\u00f6se Volumentherapie geh\u00f6rt zu den zentralen Ma\u00dfnahmen bei Sepsis und septischem Schock. Gleichzeitig ist sie ein Bereich mit hohem Schadenspotenzial: Nicht jeder kritisch kranke Patient profitiert von weiterer Volumengabe, und eine \u00dcbertherapie kann Organfunktion und Prognose verschlechtern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein moderner Reanimationsansatz muss deshalb Perfusion, Volumenreagibilit\u00e4t und Laktat gemeinsam betrachten \u2014 nicht isoliert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sepsis und septischer Schock: Warum die Volumenfrage so entscheidend ist<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sepsis z\u00e4hlt weltweit zu den h\u00e4ufigsten Todesursachen im Krankenhaus. J\u00e4hrlich sind nahezu 30 Millionen Menschen betroffen; die Sterblichkeit liegt \u2013 abh\u00e4ngig von Schweregrad und Versorgungssituation \u2013 zwischen 15\u202f% und \u00fcber 50\u202f%.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pathophysiologisch entsteht Sepsis, wenn die Reaktion des K\u00f6rpers auf eine Infektion au\u00dfer Kontrolle ger\u00e4t und zu Funktionsst\u00f6rungen lebenswichtiger Organe f\u00fchrt. Im weiteren Verlauf kann ein septischer Schock auftreten, der durch anhaltenden Blutdruckabfall und ein deutlich erh\u00f6htes Sterberisiko gekennzeichnet ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Behandlung ist entscheidend, in welchem Stadium sich der Patient befindet. In fr\u00fchen Phasen reagieren viele Patienten gut auf Volumengabe. In sp\u00e4teren oder schwereren Stadien kann dagegen eine Volumenintoleranz vorliegen, sodass weitere Volumen kaum n\u00fctzt oder sogar schadet. Genau deshalb reicht die Frage \u201emehr oder weniger Volumen?\u201c klinisch nicht aus. Entscheidend ist vielmehr:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie viel Volumen, f\u00fcr wen und zu welchem Zeitpunkt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wichtiger Hinweis:<\/strong> Die in diesem Beitrag dargestellten Daten beziehen sich ausschlie\u00dflich auf erwachsene Patienten. F\u00fcr p\u00e4diatrische Patienten gelten abweichende Werte und klinische Besonderheiten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>H\u00e4modynamische Optimierung: Ziel ist die Gewebeoxygenierung, nicht die Volumengabe selbst<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das zentrale Ziel der h\u00e4modynamischen Optimierung besteht darin, eine ausreichende Substrat- und Sauerstoffversorgung des Gewebes sicherzustellen. Klinisch wird dies vor allem \u00fcber die Steigerung des Herzzeitvolumens adressiert. Die am h\u00e4ufigsten eingesetzte Ma\u00dfnahme daf\u00fcr ist die Volumenexpansion mittels intraven\u00f6ser Volumengabe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch Volumen ist kein Selbstzweck. Jede Volumentherapie muss im klinischen Kontext des Patienten beurteilt werden. Mehrere diagnostische Tests k\u00f6nnen helfen, die Volumenreagibilit\u00e4t vorherzusagen. Eine Studie von Kattan et&nbsp;al. (2020) zeigte, dass nur etwa 50&nbsp;% der kritisch kranken Patienten \u00fcberhaupt auf eine intraven\u00f6se Volumengabe ansprechen. Bei septischen Patienten, die initial positiv reagierten, sank die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Ansprechens innerhalb der ersten acht Stunden nach Reanimation auf unter 5&nbsp;%.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Daten haben unmittelbare Konsequenzen f\u00fcr die Praxis: Eine einmal positive Reaktion auf einen Volumenbolus rechtfertigt keine unkritische Wiederholung. Vielmehr muss nach jeder Intervention neu bewertet werden, ob ein h\u00e4modynamischer Nutzen tats\u00e4chlich vorliegt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Warum \u201emehr Volumen\u201c nicht automatisch bessere Ergebnisse bedeutet<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aktuelle Studien best\u00e4tigen, dass eine erh\u00f6hte Volumenzufuhr nicht automatisch zu besseren klinischen Ergebnissen f\u00fchrt. Im Gegenteil: Sowohl Kristalloide als auch Kolloide k\u00f6nnen bei \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Volumengabe schwerwiegende Komplikationen beg\u00fcnstigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu z\u00e4hlen unter anderem:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Lungen\u00f6dem<\/li>\n\n\n\n<li>Gewebeschwellung<\/li>\n\n\n\n<li>erh\u00f6hter intraabdomineller Druck<\/li>\n\n\n\n<li>Verschlechterung der Organfunktion<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine routinem\u00e4\u00dfige oder \u00fcberm\u00e4\u00dfige Volumentherapie ist zudem mit weiteren Risiken assoziiert, darunter:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>verl\u00e4ngerte Dauer der mechanischen Beatmung<\/li>\n\n\n\n<li>erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Nierenfunktionsst\u00f6rungen<\/li>\n\n\n\n<li>Gewebe\u00f6deme und Organstauung<\/li>\n\n\n\n<li>bei Sepsis oder septischem Schock: erh\u00f6hte Mortalit\u00e4t<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade bei kritisch kranken Patienten ist deshalb eine pr\u00e4zise, parameterbasierte Volumenstrategie entscheidend.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Volumenreagibilit\u00e4t gezielt pr\u00fcfen: Welche Tests in der Praxis helfen k\u00f6nnen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die individuelle Reaktion auf Volumengabe besser einzusch\u00e4tzen, stehen mehrere dynamische Verfahren zur Verf\u00fcgung. Im Ausgangstext werden insbesondere genannt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Passiver Beinhebungstest (PLR-Test)<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Endexspiratorischer Okklusionstest (EEO)<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>dynamische Parameter wie Schlagvolumenvariabilit\u00e4t (SVV) oder Pulsdruckvariabilit\u00e4t (PPV)<\/strong> \u2013 abh\u00e4ngig vom Beatmungsmodus<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Verfahren sollen helfen, unn\u00f6tige oder potenziell sch\u00e4dliche Volumengaben zu vermeiden. Ihr praktischer Wert liegt darin, dass sie nicht pauschal Volumen empfehlen, sondern die Frage beantworten sollen, ob der Patient <strong>im aktuellen Moment<\/strong> \u00fcberhaupt noch auf einen Bolus ansprechen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die klinische Kernbotschaft lautet daher:<br><strong>Volumen sollte nur dann gegeben werden, wenn Zeichen der Hypoperfusion vorliegen und zugleich Hinweise auf Volumenreaktivit\u00e4t bestehen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"403\" src=\"https:\/\/campusvygon.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Passive-Leg-Raising-1024x403.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4404704\" srcset=\"https:\/\/campusvygon.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Passive-Leg-Raising-980x386.jpg 980w, https:\/\/campusvygon.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Passive-Leg-Raising-480x189.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Laktat: wertvoller Kompass f\u00fcr den Verlauf, aber kein Akut-Trigger<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laktat ist ein wichtiger Orientierungsparameter in der Reanimation, sollte aber nicht als Instrument f\u00fcr therapeutische Entscheidungen im Minutentakt missverstanden werden. Bereits leichte Erh\u00f6hungen von mehr als 1,5\u20132 mmol\/l weisen auf eine gest\u00f6rte Zellfunktion hin und korrelieren mit Erkrankungsschwere und Prognose. Sie stellen jedoch keinen Beweis f\u00fcr eine Sepsis dar und sollten nicht mit reflexartigen oder wahllosen Volumengaben beantwortet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Hyperlaktat\u00e4mie reflektiert ein Ungleichgewicht zwischen Laktatproduktion und Laktatelimination. Sie kann sowohl durch Gewebehypoxie im Sinne eines DO\u2082\/VO\u2082-Missverh\u00e4ltnisses als auch durch nichthypoxische Mechanismen entstehen. Dazu geh\u00f6ren laut Ausgangstext:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>gesteigerte Glykolyse<\/li>\n\n\n\n<li>\u03b2-adrenerge Stimulation<\/li>\n\n\n\n<li>Hemmung der Pyruvatdehydrogenase<\/li>\n\n\n\n<li>mikrozirkulatorische Dysfunktionen<\/li>\n\n\n\n<li>reduzierte hepatische Clearance<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daraus ergibt sich eine wichtige praktische Konsequenz:<br><strong>Behandelt werden sollte die zugrunde liegende Ursache \u2013 nicht der Laborwert an sich.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laktat eignet sich damit vor allem zur Verlaufsbeurteilung und zur Einordnung der Gesamtsituation, nicht jedoch als alleinige Grundlage f\u00fcr akute Volumenentscheidungen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"639\" src=\"https:\/\/campusvygon.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/HAUPTURSACHEN-DER-HYPERLAKTATAeMIE-BEI-SEPSIS-1024x639.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4404706\" srcset=\"https:\/\/campusvygon.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/HAUPTURSACHEN-DER-HYPERLAKTATAeMIE-BEI-SEPSIS-980x612.jpg 980w, https:\/\/campusvygon.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/HAUPTURSACHEN-DER-HYPERLAKTATAeMIE-BEI-SEPSIS-480x300.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>DO\u2082 als therapeutischer Bezugsrahmen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">DO\u2082 beschreibt die Sauerstoffmenge, die pro Minute im Organismus transportiert wird. Sie ergibt sich aus der Multiplikation des Herzzeitvolumens (CO) mit der arteriellen Sauerstoffkonzentration (CaO\u2082).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Normale DO\u2082-Werte liegen typischerweise zwischen 850 und 1050 ml\/min, k\u00f6nnen jedoch je nach individueller Pathophysiologie variieren. Niedrige Werte sprechen f\u00fcr eine unzureichende Gewebeperfusion und k\u00f6nnen auf eine verminderte Sauerstoffversorgung der Organe hinweisen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Nutzen dieses Konzepts liegt darin, dass es den Blick von der reinen Volumentherapie weg auf das eigentliche Ziel lenkt: <strong>die effektive Verbesserung der Sauerstoffzufuhr zum Gewebe<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie viel Volumen sollte man verabreichen?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Analyse h\u00e4modynamischer Parameter mittels Herzzeitvolumenmonitoring ist der erste Schritt, um pathophysiologische Ver\u00e4nderungen besser zu verstehen, Diagnosen zu pr\u00e4zisieren und Therapien gezielt auszurichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders relevant sind Ver\u00e4nderungen von:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Herzzeitvolumen (CO)<\/li>\n\n\n\n<li>Schlagvolumen (SV)<\/li>\n\n\n\n<li>Schlagvolumenvariation (SVV)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">unter oder nach Volumengabe. Auf dieser Basis kann die Volumenreagibilit\u00e4t beurteilt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine zielgerichtete Therapie im Sinne der Goal-Directed Therapy (GDT) nutzt diese kontinuierlich erhobenen Parameter, um die Behandlung sicher und bedarfsgerecht zu steuern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Empfehlungen zur Optimierung der Sauerstoffzufuhr (DO\u2082)<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach den im Ausgangstext wiedergegebenen Empfehlungen der Europ\u00e4ischen Gesellschaft f\u00fcr An\u00e4sthesiologie gilt:<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Optimales Schlagvolumen erreichen<\/strong><br>Sobald durch Volumengabe ein optimales Schlagvolumen erzielt wurde, wird der Sauerstofflieferindex (iDO\u2082) berechnet.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Bei iDO\u2082 &lt; 600 ml\/min\/m\u00b2<\/strong><br>kann der Einsatz eines Inotropikums wie Dobutamin oder Dopexamin erwogen werden.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Sicherheitsaspekte beachten<\/strong><br>Bei Tachykardie, Arrhythmien oder Isch\u00e4mie d\u00fcrfen Inotropika nicht verabreicht werden beziehungsweise m\u00fcssen sofort abgesetzt werden, falls diese Nebenwirkungen auftreten.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit wird klar: Wenn das Schlagvolumen optimiert ist, besteht die n\u00e4chste Eskalationsstufe nicht zwangsl\u00e4ufig in weiterer Volumengabe. Ab einem bestimmten Punkt verschiebt sich der Fokus auf andere Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung des Sauerstofftransports.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"826\" src=\"https:\/\/campusvygon.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/algoritmo-de-1024x826.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4404707\" srcset=\"https:\/\/campusvygon.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/algoritmo-de-980x790.jpg 980w, https:\/\/campusvygon.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/algoritmo-de-480x387.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Praktische Abfolge am Bett: ein praxistauglicher Reanimations-Workflow<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ausgangstext l\u00e4sst sich in eine klare klinische Handlungslogik \u00fcberf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Perfusion rasch beurteilen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu Beginn sollten die relevanten Perfusionsparameter am Bett systematisch erfasst werden:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Kapillarf\u00fcllungszeit<\/li>\n\n\n\n<li>mentaler Status<\/li>\n\n\n\n<li>Hauttemperatur<\/li>\n\n\n\n<li>Urinausscheidung<\/li>\n\n\n\n<li>Laktatwert<\/li>\n\n\n\n<li>ScvO\u2082 beziehungsweise ven\u00f6se Blutgase, falls verf\u00fcgbar<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Volumen nur bei plausibler Responsivit\u00e4t geben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Zeichen der Hypoperfusion vorliegen und gleichzeitig Hinweise auf Volumenreaktivit\u00e4t bestehen, kann ein kleiner Volumenbolus verabreicht werden \u2013 im Ausgangstext beispielhaft <strong>250 ml<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Unmittelbar reevaluieren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach jeder Bolusgabe sollten Schlagvolumen oder Herzzeitvolumen sowie die Perfusionsparameter erneut \u00fcberpr\u00fcft werden. Entscheidend ist nicht die Gabe selbst, sondern der messbare Effekt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4. Bei Nichtansprechen weitere Volumen vermeiden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn kein relevantes Ansprechen vorliegt oder Zeichen der Volumenintoleranz auftreten \u2013 etwa erh\u00f6hter Venendruck oder ein beginnendes Lungen\u00f6dem \u2013, sollte auf weitere Volumengabe verzichtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>5. Stattdessen gezielt eskalieren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dieser Situation sollten laut Ausgangstext Vasopressoren eingesetzt werden, um den Perfusionsdruck aufrechtzuerhalten. Wenn der Fluss weiterhin unzureichend bleibt, k\u00f6nnen Inotropika erwogen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>6. Laktat seriell kontrollieren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laktat sollte fr\u00fchzeitig und regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberpr\u00fcft werden, im Ausgangstext im Abstand von <strong>1\u20132 Stunden<\/strong>, um den Verlauf zu beurteilen. Da Laktat jedoch nur langsam auf Therapie reagiert, sollte der Wert nicht isoliert zur Steuerung akuter Interventionen verwendet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>7. Kein \u201eLaktatjagen\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Kapillarf\u00fcllung und andere Perfusionsindikatoren normal sind, kann eine interventionelle Therapie allein aufgrund eines erh\u00f6hten Laktatwerts unn\u00f6tig oder sogar sch\u00e4dlich sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Transfusion nicht vergessen: Sauerstofftransport ist mehr als Volumen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer wichtiger Punkt in der Therapie ist die m\u00f6gliche Indikation zur Transfusion. Wenn weder Volumentherapie noch medikament\u00f6se Optimierung zu einer Verbesserung f\u00fchren und der Patient h\u00e4modynamisch so stabil wie m\u00f6glich eingestellt ist, sollte eine Erythrozytentransfusion in Betracht gezogen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die physiologische Grundlage ist, dass der Sauerstofftransport \u00fcber den H\u00e4moglobingehalt verbessert werden kann \u2013 ein zentraler Bestandteil der Fick-Gleichung. Sobald Beatmung optimiert und bei Bedarf Inotropika gegeben wurden, stellt sich daher die Frage, ob nicht eher Blutprodukte als weitere Kristalloide oder Kolloide der n\u00e4chste sinnvolle therapeutische Schritt sind, insbesondere wenn weiterhin Hinweise auf eine unzureichende Sauerstoffversorgung bestehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch hier gilt: Die Entscheidung muss in ein engmaschiges Monitoring eingebettet sein. Nur so l\u00e4sst sich die Therapie pr\u00e4zise an den individuellen Bedarf des Patienten anpassen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fazit: Reanimation bei Sepsis braucht Pr\u00e4zision statt Routinemuster<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Behandlung von Sepsis und septischem Schock verlangt eine individualisierte, dynamische und eng \u00fcberwachte Reanimationsstrategie. Weder ein reflexartiges \u201emehr Volumen\u201c noch ein isoliertes Reagieren auf erh\u00f6hte Laktatwerte wird der Komplexit\u00e4t kritisch kranker Patienten gerecht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein sinnvoller Ansatz verbindet deshalb drei Perspektiven:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>klinische Perfusionsbeurteilung am Bett<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>h\u00e4modynamische Pr\u00fcfung der Volumenreaktivit\u00e4t<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Verlaufskontrolle durch Laktat und weitere Parameter<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Volumen ist in diesem Konzept ein therapeutisches Werkzeug \u2013 aber nur dann, wenn sie den Sauerstofftransport und die Perfusion tats\u00e4chlich verbessert. Sobald dieser Nutzen ausbleibt oder \u00dcberlastungszeichen auftreten, m\u00fcssen andere Strategien in den Vordergrund r\u00fccken: Vasopressoren, Inotropika und gegebenenfalls Transfusionen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die wichtigste Botschaft l\u00e4sst sich auf einen Satz verdichten:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Bei Sepsis sollte nicht pauschal Volumen gegeben werden, sondern gezielt, \u00fcberpr\u00fcfbar und nur so lange, wie ein individueller h\u00e4modynamischer Nutzen nachweisbar ist.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator alignfull has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"has-small-font-size\">Barlow, A., Barlow, B., Tang, N., Shah, B. M., &amp; King, A. E. (2020). <em>Intravenous Fluid Management in Critically Ill Adults: A Review<\/em>. Critical Care Nurse, 40(6), e17\u2013e27. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.4037\/ccn2020337\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.4037\/ccn2020337<\/a><\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-small-font-size\">Kattan, E., Ospina-Tasc\u00f3n, G. A., Teboul, J. L., Castro, R., Cecconi, M., Ferri, G., Bakker, J., Hern\u00e1ndez, G., &amp; ANDROMEDA-SHOCK Investigators (2020). <em>Systematic assessment of fluid responsiveness during early septic shock resuscitation: secondary analysis of the ANDROMEDA-SHOCK trial<\/em>. Critical Care, 24(1), 23. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1186\/s13054-020-2732-y\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.1186\/s13054-020-2732-y<\/a><\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-small-font-size\">Nieto-P\u00e9rez, O. R., S\u00e1nchez-D\u00edaz, J. S., Sol\u00f3rzano-Guerra, A., M\u00e1rquez-Rosales, E., Garc\u00eda-Parra, O. F., Zamarr\u00f3n-L\u00f3pez, E. I., Deloya-Tomas, E., Monares-Zepeda, E., Peniche-Moguel, K. G., &amp; Carpio-Orantes, L. del (2019). <em>Fluidoterapia intravenosa guiada por metas<\/em>. Medicina Interna de M\u00e9xico, 35(2), 235\u2013250. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.24245\/mim.v35i2.2337\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.24245\/mim.v35i2.2337<\/a><\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-small-font-size\">Messina, A., Bakker, J., Chew, M., De Backer, D., Hamzaoui, O., Hernandez, G., Myatra, S. N., Monnet, X., Ostermann, M., Pinsky, M., Teboul, J. L., &amp; Cecconi, M. (2022). <em>Pathophysiology of fluid administration in critically ill patients<\/em>. Intensive Care Medicine Experimental, 10(1), 46. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1186\/s40635-022-00473-4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.1186\/s40635-022-00473-4<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Reanimation bei Sepsis erfordert heute weit mehr als die pauschale Gabe von Volumen. Entscheidend sind eine zielgerichtete Beurteilung von Perfusion, Volumenreaktivit\u00e4t und Laktat, um die Gewebeoxygenierung wirksam zu verbessern und gleichzeitig \u00dcbertherapie zu vermeiden. Diese \u00dcbersicht fasst die wichtigsten Erkenntnisse und praxisrelevanten Empfehlungen f\u00fcr ein modernes, individuell angepasstes h\u00e4modynamisches Management bei Sepsis 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